Highlights April – Juli 2022

Uwe Berger

  1. Start eines Modellprojektes zur Erstellung von fächerübergreifenden Unterrichtskonzepten zum üT11 „Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen“. An dem Projekt nehmen drei Schulen mit einem Schulteam aus jeweils 3 Lehrkräften teil. Das Projekt besteht aus 5 Modulen und zusätzlichen Beratungsangeboten an den Schulen. Im Mai hatten wir einen Online-Auftakt und am 7.6. eine Präsenzfortbildung in der die Schulteams schon erste Konzeptideen entwickelt haben. Die Lehrkräfte haben total Lust auf eigene Konzeptarbeit und das Projekt fühlt sich echt gut an. Ich führe das gemeinsam mit Magdalena durch.
  2. Start einer Lehrkräftefortbildungsreihe zum Thema Globales Lernen im Unterricht basierend auf unserem Fachbuch „Globales Lernen – Inspirationen für den transformativen Unterricht“. Nach einem Online-Auftakt im März fand vom 20.-21.5.2022 im Schloss Gollwitz die erste Präsenzfortbildung statt. Externe Referent*innen waren Carina Flores und Magdalena Freudenschuss. Es haben 15 Brandenburger Lehrkräfte teilgenommen. Am 14.-15.10 . gibt es das nächste Modul für die gleiche Teilnehmendengruppe. Auch diese Fortbildung fühlt sich gut an. Die Lehrkräfte sind sehr selbstreflektiert und haben Interesse an der Auseinandersetzung mit Nachhaltiger Entwicklung unter dem Blickwinkel koloniale Kontinuitäten.

Fadumo Musa und Andreas Teuchert

  1. Erstes "Women World Café" startet in Rathenow
    Als Projekt des Eine-Welt-Promotor*innen-Tandems in Brandenburg startet Anfang Juli ein "Women World Café" in Rathenow - zunächst zweimal im Monat zu Gast beim AWO-Familiencafé. Auf Dauer sollen mehrere WWCafés entstehen - getragen von Frauen und Mädchen mit und ohne Migrationsgeschichte im ländlichen Brandenburg - als Begegnungs-, Lern- und Erfahrungsorte sowie als Safe Spaces. Die Promotor*innen verstehen sich dabei als Inkubator*innen und organisieren den entwicklungspolitischen Input zu Gutem Leben und Postwachstum, Klima und Konsum, Care-Arbeit und Flucht.
    Wichtig ist uns die Newcomerinnen mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen als essentielle Stimmen eines sozial-ökologisch-ökonomischen Wandels zu begreifen und ihnen eine Plattform für Austausch, Lernen und persönlicher Entwicklung zu schaffen. Entsprechend einem intersektionalen Verständnis einer feministischen Entwicklungszusammenarbeit kann diese nicht zu patriarchalen, neokolonialistischen und neoliberalen Kontinuitäten schweigen. Wir versuchen die Newcomerinnen in Rathenow, demnächst in Bad Belzig und hoffentlich bald an mehreren Orten in Brandenburg in diesem Sinne zu empowern.
  2. Festival für regionalen und klimafreundlichen Genuss!
    Gutes Essen ist ein Fest – oder gleich ein ganzes Festival, mit dem wir am 8.-9. Oktober 2022 die Menschen in Werder (Havel) und der gesamten Region für die Ernährungswende begeistern wollen! Wir haben schon eine ganze Menge Zusagen von bäuerlichen Erzeuger*innen und handwerklichen
    Lebensmittelproduzent*innen, die die Vielfalt auf unsern Äckern und Tellern beim FestEssen für alle erlebbar machen wollen. Außerdem basteln wir eifrig am Bühnenprogramm: Wir haben einige tolle Künstler*innen eingeladen und bereiten ein spannendes inhaltliches Programm vor, weil Essen politisch ist.
    Am Wochenende vom 8.-9. Oktober 2022 wird der wunderschöne Marktplatz in Werder/Havel zur Showbühne des guten und fairen Essens aus der Region. Denn Brandenburg hat einiges zu bieten an kleinen und mittleren Bauernhöfen und Lebensmittelhandwerker*innen, die handwerklich und ökologisch Lebensmittel produzieren. Das FestEssen bringt Erzeuger*innen und Verbraucher*innen zusammen – gemeinsam wollen wir gutes Essen feiern! Euch erwarten regionale Essenstände, Markstände und Mitmach-Werkstätten wie zum Beispiel Brotbacken, Gemüse fermentieren oder Saft pressen. Außerdem bietet das Festival eine Bühne für ein vielfältiges Kulturprogramm sowie den politischen Dialog: Über unser regionales Ernährungssystem, über Migration und esskulturelle Vielfalt und über Klimawandel.

Simone Holzwarth

  1. Beratung und Mitarbeit in der Koordinationsgruppe des FestEssen – Das Festival für regionalen und klimafreundlichen Genuss
    Ein zentrales Thema für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auch hier vor Ort ist das Thema Ernährung. Seit seiner Gründung berät und unterstützt Eine-Welt- Promotorin Simone Holzwarth den Ernährungsrat Havelland. Sie zeigt Möglichkeiten auf, das lokale Engagement zu Ernährungsthemen in der Region mit globalen Themen zu verknüpfen. In diesem Jahr steht ein besonderes Ereignis bevor: Ein FestEssen in Werder! Das FestEssen wird am 8. und 9. Oktober gefeiert und ist ein Festival für regionalen und klimafreundlichen Genuss. Dazu werden mehr als 1000 Besucher*innen auf dem historischen Marktplatz in Werder erwartet. Die großen globalen Themen Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität und Ernährungssicherheit werden hier konkret vor Ort sichtbar und erlebbar: Beim Schlendern über den Markt regionaler Erzeuger*innen wird die Vielfalt der Lebensmittel aus der Region sichtbar und es werden Informationen über deren Anbaumethoden vermittelt. In den Werkstätten wird Lebensmittelhandwerk erlebbar: Wie wird Apfelsaft gepresst oder Kaffee geröstet? Auf der Bühne kommen Landwirt*innen und Verarbeiter*innen, Initiativen und Akteure aus der Politik zu Wort und sprechen über die Zukunft der Landwirtschaft, die Zusammenhänge von Essen und Klimaschutz und wie Menschen über ihre Lebensmittel weltweit miteinander verbunden sind. Durch den Einsatz der Promo-Stelle sind die globalen Zusammenhänge unseres Ernährungssystems ein zentrales Thema des Festivals geworden und kommen bei Infoständen und im Bühnenprogramm zur Sprache. (https://festessen.net)
  2. Podcast „Zukunftsimpulse aus der Region“
    April – Juli: Aneignung des technischen Know-How, Recherche und Konzeption.
    Nach den Sommerferien startet der Podcast der Eine-Welt-Promotorin Simone Holzwarth. In den ca. 20-minütigen Folgen unter dem Titel „Zukunftsimpulse aus der Region“ kommen Nachhaltigkeitsinitiativen und Entscheidungsträger*innen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung aus Brandenburg zu Wort, denen globale Nachhaltigkeit ein Anliegen ist. Wie will eigentlich der Landkreis Potsdam-Mittelmark seine Klimaziele erreichen? Was hat der Brandenburger Ernährungsrat mit globaler Nachhaltigkeit zu tun? Was ist eigentlich Suffizienz und wie trägt die Klimawerkstatt Werder dazu bei? Die Folgen haben dabei nicht nur einen informierenden, sondern auch einen vernetzenden Charakter und bringen immer wieder das konkret Lokale mit globalen Themen in Verbindung.

Adina Hammoud

Lunchpaket schmeckte dem Publikum

Gut 30 Potsdamer*innen kamen am 13. Juli zur Mittagszeit in die Stadt- und Landesbibliothek und gingen auf eine „Kurzreise“ nach Sansibar. Sie hörten Aktuelles von der Städtepartnerschaft Potsdam-Sansibar-Town, erfuhren, wie Frauen mit Kangas kommunizieren und was es mit Hennabemalung auf sich hat. Die Veranstaltung im bei Potsdamer*innen beliebten Format „Lunchpaket – Kultur und Politik am Mittag“ wurde vom Freundeskreis Potsdam-Sansibar unter dem Dach der BBAG e.V. verantwortet und von der dort angesiedelten Promotorin für die Stärkung von Partnerschaften und internationalen Kooperationen unterstützt und mitgestaltet. In diesem Jahr besteht die Städtepartnerschaft fünf Jahre; für den Herbst sind noch zwei weitere Veranstaltungen geplant, bei denen die Promotorin mitwirkt.

Dass der Städtepartnerschaft Jahrzehnte zivilgesellschaftlicher Kontakte zwischen Brandenburg und Sansibar vorausgingen, zeigte sich am letzten Programmpunkt. In einer Bibliothek sollte auch gelesen werden, und so gab es eine sehr kurze Geschichte aus der Geschichtensammlung „Paukwa“, die in einem Projekt der RAA Brandenburg 2005 im Rahmen einer Begegnungsreise entstanden war. Es ging um einen Fisch, den Wunsch eines Europäers und Fischer, die am Ende mit leeren Händen dastehen. Die Bemerkung, dass leere Netze für die Fischer der Insel jetzt aus ganz anderen Gründen zunehmend traurige Realität sind, wurde von den Zuhörenden verstanden und die Veranstaltenden hatten im Anschluss noch viele Fragen zu beantworten.

Mit der Veranstaltung wurden vor allem Menschen erreicht, die kein spezielles entwicklungspolitisches Interesse haben, sondern das Format eines kurzen thematischen Inputs in Verbindung mit einem Mittagssnack mögen.

Abdou-Rahime Diallo

  1. Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung Kinder-, Jugendcamp
    Mit den Vereinen NeMiB e.V., Goals Connect und Begegnung Muckwar organisierte ich zum zweiten Mal das Kinder-, und Jugendcamp.

    Themen des Jugendcamps waren:
    • –  Nachhaltige Ernährung, Ernährungssicherheit und Nahrungsmittelproduktion
    • –  Musik als Sprache und Ausdrucksform und Bau von Musikinstrumenten
    • –  Empowerment von Kindern und Jugendlichen mit strukturellen Benachteiligungen
    • –  Globalitäten: Kulturverständnisse und Austausch für globale Gerechtigkeit.
  2. Am Camp nahmen ca. 40 Kinder und Jugendliche von 8 – 14 Jahren teil, die mit Migrations-/Fluchterfahrung aus sozial-prekären Verhältnissen stammen. Sowie Referent*innen, Koordinator*innen mit Migrations- und Fluchterfahrung aus: Afghanistan, Benin, Deutschland, Ecuador, Iran, Mexico.
    Das Camp fand im Seminarhaus Quecke statt, das nachhaltigkeits- und diskriminierungsbewusst von queeren Menschen in Falkenberg, Brandenburg geführt wird. Das Camp dauerte vom 6. – 13.07.
  3. Unter der Beratung und Begleitung von DaMOst, NeMiB konstituiert sich ein landesweites Gremium von Migrantenorganisationen, dass sich für die Interessen und Themen aller Menschen mit Migrationserfahrung in Brandenburg einsetzen möchte. Das Netzwerk setzt sich sowohl aus Vertretenden arabischer, osteuropäischer, afrikanischer, asiatischer und amerikanischer Identität zusammen und ist in dieser Hinsicht das einzige in Brandenburg.
  4. Interkulturelle Fraueninitiative Potsdam
    Für die hauptsächlich aus afrikanischen Frauen bestehende Initiative organisierte ich einen Workshop zum Thema Demokratie, Nachhaltigkeit und Teilhabe mit ca. 35 Teilnehmerinnen, am 26.6.2022 in der Schiffsbauergasse. Das Tagesseminar war gut besucht und erfreute sich eines spannenden Austauschs zu den entsprechenden Themen. Mit der Gruppe sind weitere Seminare für dieses Jahr geplant.
  5. Planung, Vorbereitung, Gründung der Schwarzen Akademie
    Die Schwarze Akademie ist ein bundesweites Kooperationsprojekt, bei dem ich Brandenburg als Promotor und Vorsitzender von NeMiB vertrete. Mein Beitrag sind Schwarze Perspektiven im Kontext von Dekolonisierung von Entwicklungs- und Nachhaltigkeitspolitik, Globalisierung. Die Gründung wurde im Schloss der Stadt Mannheim begangen und virtuell waren internationale Fachleute eingebunden. Ich konnte das Promotorenprogramm vorstellen und meine Arbeit für migrantisch-diasporische Teilhabe.

Gefördert:

vom
Land
Brandenburg

und durch
Engagement Global
im Auftrag des BMZ

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